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Tokenisierung von Kunst und Sammlerstücken

Bei der Tokenisierung von Kunst hält in der Regel eine eigens gegründete Gesellschaft das Werk und gibt Token für Anteile daran aus. Token können die Mindestanlage senken und Nachweise zu Provenienz, Verwahrung und Versicherung an einem Ort bündeln – doch Kunst wirft keine laufenden Erträge ab, ist schwer zu bewerten und oft nur langsam zu verkaufen. Ein seriöses Design legt alle drei Punkte offen.

Von Coretos Research · Aktualisiert im September 2026 · 7 Min. Lesezeit

[ Was tokenisiert wird ]

Vermögenswerte, die sich tokenisieren lassen

Bildende KunstGemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier etablierter Künstler, gehalten von einer Gesellschaft, die Anteile ausgibt.
Sammlungen und PortfoliosMehrere Werke in einer Gesellschaft – das verringert die Abhängigkeit von einem einzelnen Objekt.
SammlerfahrzeugeOldtimer und Fahrzeuge aus Kleinserien mit dokumentierter Eigentums- und Zustandshistorie.
Uhren, Wein und SpirituosenLuxus-Sammlerstücke in spezialisierter Lagerung – Tresore für Uhren, Zolllager für Wein und Spirituosen.
Seltene Bücher, Münzen und MemorabiliaObjekte, deren Wert von Echtheit, Seltenheit und gutachterlich bewertetem Erhaltungszustand abhängt.
Digitale KunstWerke, die als nicht austauschbare Token (Non-Fungible Tokens, NFTs) on-chain geschaffen und verkauft werden – der Token dokumentiert das Eigentum, das Urheberrecht bleibt aber meist beim Künstler.
[ So funktioniert es ]

Vom Erwerb bis zum Verkauf

01
Erwerben und prüfenDas Werk wird gekauft oder eingebracht; Fachleute prüfen Echtheit, Eigentumsrecht und Provenienz – die dokumentierte Eigentumsgeschichte.
02
Gesellschaft gründenEine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) hält das rechtliche Eigentum. Die Token stehen für Anteile an der SPV, nicht für das Objekt selbst.
03
Lagern und versichernDas Werk geht an einen unabhängigen Verwahrer – einen spezialisierten Tresor, ein Zollfreilager (ein gesichertes Lager in einer Zollfreizone) oder als Leihgabe an ein Museum – mit einer Kunstversicherung auf den Namen der Gesellschaft.
04
Investoren onboardenIdentitätsprüfung und Geldwäscheprävention (Know Your Customer und Anti-Money-Laundering, KYC und AML), Anlegerklassifizierung und Berechtigung je nach Rechtsordnung.
05
Token emittierenBruchteilsanteile werden als zugangsbeschränkte Token ausgegeben – mit den Übertragungsgrenzen, die in den Angebotsunterlagen festgelegt sind.
06
Bewerten, halten und verkaufenDas Werk wird in festgelegten Abständen neu bewertet. Nach einer Haltedauer oder einer Abstimmung der Inhaber wird es verkauft, der Nettoerlös an die Inhaber ausgezahlt und die Token werden eingezogen.
[ Daten und Regeln ]

Was die Plattform abbilden muss

Im Coretos Ledger sind das Felder, Regeln und Workflows in einem versionierten Schema für diese Anlageklasse:

ObjektdatenKünstler, Titel, Datierung, Technik, Maße, Auflage und Zustandsberichte.
ProvenienzEigentumsgeschichte, Ausstellungs- und Literaturnachweise sowie Echtheitsgutachten.
EigentumsprüfungNachweis des Eigentums, Abfragen zu Pfandrechten und in Registern gestohlener Kunst sowie Exportstatus.
VerwahrungVerwahrer, Standort, Zugriffsprotokoll, Lagerbedingungen und etwaige Leihverträge.
VersicherungPolice, Versicherungswert, Deckungsart, Ausschlüsse und Verlängerungstermine.
Bewertung und ExitBewertungsmethode und -datum, Vergleichsverkäufe, Haltedauer, Verkaufsauslöser und Abstimmungen der Inhaber.
[ Token-Design ]

Welcher Token passt

Zwei Designs sind üblich. Ein einzelnes Werk lässt sich als Non-Fungible Token abbilden – ein Token für ein Objekt –, was zu einem Alleineigentümer oder einem Provenienz- und Verwahrungszertifikat passt. Bruchteilseigentum funktioniert anders: Die SPV, der das Werk gehört, gibt fungible Anteils-Token aus, und diese Anteile verbriefen Anlegerrechte. Sie sind zugangsbeschränkt, meist auf Basis von ERC-3643, einem offenen Standard, bei dem nur verifizierte, berechtigte Investoren einen Token halten oder empfangen können. Da Kunst keine Erträge abwirft, aber Lager- und Versicherungskosten verursacht, hängt jede Rendite vom späteren Verkaufspreis ab – und die Unterlagen sollten das klar sagen.

  • Fungible Anteils-Token an der SPV, der das Werk gehört
  • Non-Fungible-Datensatz für Provenienz und Verwahrung
  • Zugangsbeschränkte Übertragungen nur an berechtigte Inhaber
  • Verkaufsauslöser und Inhaberabstimmungen in der Token-Logik
[ Regulierung ]

Regeln, die Sie einplanen sollten

Europäische UnionEinzigartige, nicht fungible Objekte fallen grundsätzlich nicht unter MiCA (Verordnung über Märkte für Kryptowerte), Bruchteilsanteile an einem Werk gelten jedoch nicht als einzigartig. Je nach ihren Rechten sind sie übertragbare Wertpapiere nach MiFID II (Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente) oder Kryptowerte nach MiCA.
Vereinigte StaatenBruchteilsanteile an Kunst, die mit Gewinnerwartung verkauft werden, sind nach dem Howey-Test – dem Maßstab des Obersten Gerichtshofs der USA für Investmentverträge – in der Regel Wertpapiere. Angebote erfordern eine Registrierung oder eine Ausnahme wie Regulation A oder Regulation D.
Geldwäscheprävention und KulturgüterDie EU-Vorschriften zur Geldwäscheprävention erfassen Kunsthändler, Vermittler und Zollfreilager bei Transaktionen ab 10.000 EUR. Aus- und Einfuhr von Kulturgütern können Genehmigungen erfordern – das schränkt ein, wohin ein Werk gebracht oder wo es verkauft werden darf.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Coretos plant den regulatorischen Weg mit zugelassenen Rechtsberatern.

Zum Ratgeber: rechtlicher und regulatorischer Weg
[ Der Coretos-Ansatz ]

Wie wir es umsetzen

Wir konfigurieren Objektdaten, Provenienz, Verwahrung und Versicherung im Kunst-Schema von Coretos Ledger, binden die Daten von Verwahrer und Versicherer an und verknüpfen jede Token-Klasse mit der Gesellschaft, die das rechtliche Eigentum hält. Bewertungen, Inhaberabstimmungen und Verkaufserlöse laufen über dieselben Workflows und denselben Audit-Trail wie jede andere Anlageklasse. Weil Kunst illiquide und schwer zu bewerten ist, legen wir Bewertungsintervalle, Haltedauern und Exit-Regeln von Anfang an fest, statt eine Liquidität zu suggerieren, die der Vermögenswert nicht bieten kann.

  • Auf dem Kern von Coretos Ledger konfiguriert statt von Grund auf neu entwickelt
  • Beleihungsfähiges Design: Bewertungs-, Rücknahme- und Risikoparameter von Anfang an festgelegt
  • Zugangsbeschränkte Token mit unabhängig auditierten Smart Contracts
  • Entwickelt und betrieben auf Amazon Web Services (AWS)
[ Fragen ]

Häufige Fragen zur Tokenisierung von Kunst und Sammlerstücken

Besitzt ein Token-Inhaber einen Teil des Gemäldes?

Meist nicht direkt. Der Token ist ein Anteil an der Gesellschaft, der das Werk gehört. Die Rechte des Inhabers – auf Verkaufserlöse, Stimmrechte und Informationen – ergeben sich deshalb aus den Unterlagen der Gesellschaft, nicht aus dem Eigentum am Objekt.

Wie wird tokenisierte Kunst bewertet?

Durch unabhängige Gutachten auf Basis vergleichbarer Verkäufe, in den Abständen, die die Angebotsunterlagen festlegen. Kunst erzielt keine Erträge, und es gibt nur wenige wirklich vergleichbare Verkäufe – Bewertungen sind daher Schätzungen, und der spätere Verkaufspreis kann deutlich abweichen.

Können Kunst-Token jederzeit verkauft werden?

Nur an berechtigte Käufer – und nur, wenn es einen Käufer gibt. Übertragungen zwischen Inhabern können über einen angebundenen Handelsplatz möglich sein, einen garantierten Markt gibt es aber nicht; das Werk selbst wird meist erst am Ende der Haltedauer oder nach einer Abstimmung der Inhaber verkauft.

Kann ein Token die Echtheit eines Kunstwerks beweisen?

Nein. Ein Token kann Provenienzdokumente und Verwahrungsereignisse festhalten, die Echtheit hängt aber weiterhin von Experten, Archiven und der physischen Untersuchung ab. Der On-Chain-Datensatz ist nur so verlässlich wie die Informationen, die eingetragen werden.

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